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Abenteuer Marokko

Ich bin recht zufällig dazu gekommen nach Marokko zu reisen. Hatte auch keine rechten Vorstellungen von dem doch sehr geheimnisvollem Land.

Folgende Anlaufziele waren geplant:




- Mirleft

- Sidi Ifni

- Guelmin

- Plage - Blanche

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Als ich aus dem Flugzeug stieg, wirkte noch alles recht nochmal. Pass vorzeigen, auf den Koffer warten und dann das erste mal Marokko durch das verlassen der Flughafen Halle betreten.

Doch dann, herzlich willkommen in Marokko!

Ich wurde in einen Jeep verfrachtet und schon nach zehn Minuten Fahrt, war mir schnell klar, dass nichts so war wie ich es gewohnt war.

Die Männer liefen alle auf der Strasse und niemand hatte wohl so richtig Sorge, dass er von unserem Jeep auf dem Kühlergrill genommen wurde. Sie trugen überwiegend Kapuzenkutten und schienen sich farblich der Umgebung anpassen zu wollen. Man erkannte sie erst spät, was ja nicht schlimm war, denn es begann an zu regnen und so mussten wir unsere Fahrtgeschwindigkeit drosseln.

Das der Scheibenwischer nicht funktionierte war kein Problem, da der Fahrer weit aus dem Fenster hing um etwas sehen zu können. Nach einer abenteuerlichen Fahrt erreichte ich Mirleft.

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Der Hundeschützer von Mirleft


Als wir in Mirleft ankamen, hielten wir an einem typisch marokkanischem Haus. Es hatte sehr enge Treppen, ein offenes Dach und ab und zu mal Strom und Wasser. Der Hausbesitzer war nicht nur mein Gastgeber sondern auch ein im Ort bekannter Hundeschützer. Er kümmert sich liebevoll um die wilden Hunde, die es in Mirlef zu Hauf gibt. Immer wenn der Tag gekommen war an dem die Hunde geschossen werden durften um nicht überhand zu nehmen, versteckte er alle Hunde die er finden konnte in seinem kleinem Haus.

Der Sportlehrer von Mirleft


Sidi Ifni kam mir erst wie eine Cowboystadt vor. Also, wenn man von der Hauptstrasse ausging. In der besagten Hauptstrasse spielte sich alles ab. Mann konnte zu jeder Tageszeit Bekannte treffen. Der Markt, die Geschäfte, alles spielte sich dort ab. Der Sportlehrer des Ortes half einem in jeder Lebenslage. Hatte man einen Wunsch oder brauchte man irgendeinen bestimmten Kontakt, so war er zur Stelle. Was sollte ich nun von ihm wollen? Nun, wir hatten wieder kein Wasser und sich im Meer zu waschen war keine gute Idee, da man zwar einigermaßen sauber war, nun aber den ganzen Sand an Stellen hatte in der eigentlich gar kein Sand kommen konnte. Also durfte ich beim Sportlehrer duschen. Danach gab es sogar noch ein leckeres Essen und schon hat auch mich der Sportlehrer gerettet und was Gastgeberqualitäten angeht, können wir noch viel von den Marokkanern lernen.

Die Tore von Guelmim


Der Stadteingang war mit einem riesigen Steintor wie aus 1001 Nacht geschmückt. Das Tor markierte die Grenze zur Stadt.

Märkte, Bettler und ein reges Treiben herrschten in Guelmin. Erst besuchte ich den Markt, probierte einige marokkanische Köstlichkeiten. Märkte sind immer gut um einheimische Lebensmittel zu probieren. Immer wenn ich im Ausland bin, besuche ich Märkte um Kultur und vor allem einheimische Lebensmittel kennenzulernen.

In Guelmin mischte sich Tradition und Moderne. Autos, Mopeds und Wagen mit davor bespannten Eseln bevölkerten die Strassen.

Die Felsen von Sidi Ifni


Trampen war völlig neu für mich. Ich habe schon viel gehört, dass es immer ein gewisses Risiko mit sich brachte zu trampen. In Marokko ist es völlig normal, dass man am Strassenrand sitzt und auf eine Mitfahrgelegenheit wartet. Ich musste gar nicht lange warten, da hielt ein uralter Bus mit gefühlten zehn Personen vor mir. Ich quetschte mich zwischen den verschleierten Männern und Hühnern hinein. Nun saß ich wie ein Fremdkörper im Bus und einer der Männer sprach ohne Pause auf arabisch zu mir. Nach einer Stunde erreichte ich Sidi Ifni. Ich gab dem Fahrer eine Schachtel Zigaretten und bedankte mich. Nun machte ich mich auf dem Weg nach den Felsformationen von denen ich schon viel gehört hatte. Dort angekommen, staunte ich nicht schlecht. Die Sonne schien und der Dunst vom Ozean umhüllte die Felsenlandschaft. Ich verbrachte den ganzen Tag dort und erkundete die Gegend. Ich sah, das tatsächlich Menschen in den vorhandenen Felsspalten und Höhlen lebten. Oder haben Bewohner diese  Höhlen gegraben?

Was passiert, wenn einmal die Flut höher war als erwartet? Ich wäre gerne mit den Menschen in Kontakt getreten. Aber sie machten einen sehr einsamen und zurückhaltenden Eindruck und auf einen Touristen mit Kamera hatten sie bestimmt keine Lust. So sammelte ich noch eine Weile Muscheln und Steine...

Nicht nur ein Strand Plage-Blanche


Noch ein Tipp ereichte mich: Plage-Blanche.

Für verrückte survival Touren bin ich ja immer zu haben. So packte ich mit anderen Reisenden den Jeep und wir fuhren los.

Um den Strand zu erreichen, mussten wir warten, bis Ebbe war und wir mit den Fahrzeugen durch eine geeignete Stelle des vor uns liegenden Flusses rüber zum Plage-Blanche fahren zu können.

Wer wollte nicht schon einmal Auf der Kühlerhaube oder auf dem Fensterrahmen der Autotür mit weit ausgestreckten Armen Auto fahren? Die Weite des Strandes machte es möglich, dass wir alle Mal Autofahren konnten. Ob wir nun einen Führerschein hatten oder nicht.

Wir fuhren direkt in den Sonnenuntergang und scheuchten hunderte von Seevögeln auf und waren nun völlig von ihnen umhüllt. Das war wirklich unbeschreiblich. Als wir eine passende Stelle für unser Lager fanden begonnen wir mit dem Aufbau unserer Campingstelle.

Ich wollte unbedingt nur mit Schlafsack unter freiem Himmel schlafen um so viel wie möglich von meiner sensationellen Umgebung, halb Strand halb Wüste mitzubekommen.

Der Sternenhimmel war gigantisch. Man konnte Wort wörtlich nach den Sternen greifen. Am nächsten Tag ging ich auf Entdeckungsreise. Man findet allerhand am Strand. Vom toten Delphin, vertrocknete Schildkröten, Joghurt Becher bis hin zum Handy... Es war sehr abenteuerlich.

Sich dort zu verpflegen war nicht schwer gewesen. Schnell ein paar Muscheln von den bei Ebbe freigelegten Schiffsfracks sammeln und für den dazu passenden Fisch sorgten die dort arbeitenden Fischer, die bei Ebbe ihre Netze einholten. Frischer ging es nun wirklich nicht.

Schlusswort


Fotografieren:

Es ist eher schwierig in diesem Land zu fotografieren. Frauen darf man nicht fotografieren und die Männer haben es auch nicht gerne, da ihr Glaube es nicht zulässt, dass ihr Gesicht auf ein Foto gebannt wird.


Zigaretten:

Es ist ratsam immer Zigaretten bei sich zu haben. Auch wenn man selber nicht raucht. Man kann sie gut verschenken und seinen Dank damit unterstreichen. Auch manch aufgebrachte Gemüter senken oder sie helfen beim Kontakte knüpfen.


Sprache:

Wenn man Französisch kann ist man klar im Vorteil. Mit Englisch kommt man nicht weit.


Kontakte zu Einheimischen:

Es ist sehr gut, wenn man vor Ort jemanden kennt. Das erleichtert den Kontaktaufbau enorm. Sollte man niemanden kennen, hilft Geduld und Zigaretten.

Man sollte die Menschen immer Respekt und Interesse zeigen.


Die Marokkaner sind sehr gastfreundlich und gesellig.

Marokko ist auf jeden Fall eine Reise wert.  

Mirleft

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Mirleft

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© 2015 Léon Valjé